EU Green Deal schwächt regionale Holz- und Nahrungsmittelversorgung

Autor

fablf

Datum

22. Feb 2022

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„Wenn der EU Green Deal wie geplant umgesetzt wird und viele land- und forstwirtschaftliche Flächen aus der Nutzung genommen werden, wird das die regionale Rohstoff- und Lebensmittelversorgung schwächen und zu weiteren Preissteigerungen für Lebensmittel und Holz führen“, warnte Max v. Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst, am Rande der Trade Conference der European Landowners‘ Organization (ELO), die sich mit den Auswirkungen europäischer Nachhaltigkeitsstandards auf die globalen Ernährungssysteme beschäftigt.

Das belegt auch eine aktuelle Studie der niederländischen Wageningen University, welche die Auswirkungen des EU Green Deal auf die Nahrungsmittelproduktion untersucht hat. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Pläne der EU-Kommission zu geringeren Ernten, höheren Preisen und mehr Nahrungsmittelimporten führen werden. Im Ergebnis würden Nicht-EU-Länder die Produktionsausfälle kompensieren, was den Flächenverbrauch in diesen Ländern für den Konsum in Europa erhöhen würde. „Das widerspricht dem Gedanken der globalen Nachhaltigkeit und zeigt, dass der EU Green Deal Umweltprobleme lediglich verlagert, aber nicht löst“, erklärt Elverfeldt.

Die EU-Kommission plant weitreichende Eingriffe in Kulturlandschaft und Eigentum mit negativen Effekten für Natur und Mensch. So sieht die EU-Biodiversitätsstrategie unter anderem vor, 10 Prozent der Landflächen Europas sich selbst zu überlassen und die wirtschaftliche Nutzung dieser Flächen weitgehend zu untersagen. Die Familienbetriebe Land und Forst setzen sich gemeinsam mit anderen Verbänden bereits seit einigen Monaten im Rahmen der Kampagne „Unser Green Deal“ dafür ein, auf diese pauschalen Nutzungsverbote zu verzichten. Denn ohne eine nachhaltige Bewirtschaftung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen Europas sind die Umwelt- und Klimaziele nicht zu erreichen.

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