Aktive Waldbewirtschaftung nötig, um EU Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen

Autor

Familienbetriebe Land und Forst

Datum

05. Jun 2021

Kategorie

Eine Studie des Joint Research Centre der EU-Kommission hat die Rolle des Forst- und Holzsektors beim Klimaschutz und CO2 Speicherung (CO2 Senke Wald und Holzprodukte) untersucht. Die wesentlichen Ergebnisse:

  • Die Studie stellt fest, dass eine aktive Waldbewirtschaftung nötig ist, um eine Erhöhung der Zuwachsleistung des Waldes und damit eine erhöhte CO2 Bindung zur Erreichung der EU Klimaschutzziele bis 2050 sicherzustellen.
  • Zu einer Beurteilung bedarf es einer „Systemperspektive“ des Forst- und Holzsektors. Das heißt, dass alle Möglichkeiten zur Bindung bzw. Einsparung von CO2 berücksichtigt werden müssen: Die Erhöhung der CO2 Bindung in Wäldern und in Holzprodukten und Substitution von energieintensiven und fossilen Materialien und Energieträgern.
  • Eine Reduzierung des Holzeinschlags scheint vordergründig die einfachste Option zu sein um die Einbindung von CO2 kurz- bis mittelfristig (2030-2050) zu erhöhen. Dies hätte aber negative sozioökonomische Folgen für den Forst- und Holzsektor und würde langfristig zu einem CO2-Sättigungseffekt führen.
  • Es ist daher eine Erhöhung der Zuwachsleistung des Waldes sowie eine Erweiterung der Waldfläche und damit aktive Waldbewirtschaftung nötig, um der festgestellten Reduzierung von CO2 Senken entgegenzuwirken und den Beitrag des Sektors zur Erreichung der EU Klimaneutralität bis 2050 sicherzustellen.

Damit wird klar: Die Nichtnutzung von Waldflächen, die mit einer strengen Unterschutzstellung einhergehen soll, ist klimapolitisch ein Irrweg.

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